
Kollaborative Roboter (Cobots) sind nicht nur eine technologische Weiterentwicklung, sondern ein direkter Hebel zur Steigerung der Rentabilität und zur Lösung des Fachkräftemangels in Schweizer Industrie-KMU.
- Cobots ermöglichen eine profitable Automation bereits ab Losgrösse 1, was die Wettbewerbsfähigkeit des Werkplatzes Schweiz stärkt.
- Durch intuitive Bedienung und den Wegfall teurer Schutzzäune wird die Integration schnell, kostengünstig und flexibel.
- Die Technologie steigert nicht nur die Produktivität, sondern auch die Arbeitsplatzattraktivität und die Qualitätssicherung auf ein neues Niveau.
Empfehlung: Analysieren Sie Ihre Produktionsprozesse nicht auf Basis der Frage „Was kann ich automatisieren?“, sondern „Welche monotone, unergonomische Aufgabe kann ich heute eliminieren, um das Potenzial meiner Fachkräfte freizusetzen?“.
Der Druck auf Schweizer Produktionsbetriebe ist immens: ein akuter Fachkräftemangel, hohe Lohnkosten und die Notwendigkeit, auch kleinste Serien hochflexibel und profitabel zu fertigen. Viele Produktionsleiter und Ingenieure sehen sich täglich mit der Herausforderung konfrontiert, die Produktivität zu steigern, ohne bei der sprichwörtlichen Schweizer Qualität Kompromisse eingehen zu müssen. Die gängige Annahme ist oft, dass Automation nur etwas für Grosskonzerne mit hohen Stückzahlen ist – ein teures und komplexes Unterfangen, das sich für ein typisches Schweizer KMU kaum rechnet.
Doch was, wenn die Lösung nicht in riesigen, eingezäunten Industrierobotern liegt, sondern in deren agilen, kollaborativen Gegenstücken? Kollaborative Roboter, kurz Cobots, rücken den Fokus weg von der reinen Maschinenleistung hin zu einer pragmatischen Mensch-Maschine-Kollaboration. Der entscheidende Perspektivwechsel liegt darin, den Cobot nicht als Ersatz, sondern als Kompetenz-Multiplikator für den Menschen zu sehen. Er ist das Werkzeug, das die unergonomischen, repetitiven und niedrig-qualifizierten Aufgaben übernimmt, damit sich die wertvollen Fachkräfte auf das konzentrieren können, was sie am besten können: komplexe Probleme lösen, Qualität beurteilen und Prozesse optimieren.
Dieser Artikel durchbricht den Hype und liefert eine ROI-fokussierte Analyse für den Schweizer Werkplatz. Wir werden die entscheidenden Fragen klären: Wie kann eine schutzzaunlose Anwendung sicher gemäss SUVA-Richtlinien realisiert werden? Wie rechnet sich die Investition schon bei Losgrösse 1? Und wie kann ein Cobot implementiert werden, ohne dass ein Heer von IT-Spezialisten notwendig ist? Entdecken Sie, wie diese Technologie die Produktivitätsgleichung in Ihrer Fertigung fundamental verändern kann.
Dieser Leitfaden ist strukturiert, um die kritischsten Fragen zu beantworten, die sich Produktionsleiter stellen. Er bietet technische Einblicke, ROI-Betrachtungen und praktische Beispiele, um Ihnen eine fundierte Entscheidungsgrundlage für den Einsatz von Cobots in Ihrem Schweizer Unternehmen zu geben.
Inhalt: Wie kollaborative Robotik die Schweizer Fertigung transformiert
- Warum müssen Sie bei Cobots keine Schutzzäune bauen und was sagt die SUVA dazu?
- Wie lohnt sich Automation schon ab Losgrösse 1 für Schweizer Lohnfertiger?
- Teach-In oder Code: Welches System können Ihre Mitarbeiter ohne IT-Studium bedienen?
- Die Angst vor der „kalten Hand“: Wo sind die Grenzen der Robotik im Altersheim?
- Wann übersteigen die Wartungskosten den Nutzen eines Industrieroboters?
- Wie garantieren Hersteller eine Ausfallrate von unter 0,1% bei Millionen von Komponenten?
- Wie finden Roboter Ihr Paket schneller als jeder Mensch?
- Wie revolutioniert Schweizer Präzisionstechnologie Ihren Alltag durch Smart Devices?
Warum müssen Sie bei Cobots keine Schutzzäune bauen und was sagt die SUVA dazu?
Das entscheidende Merkmal kollaborativer Roboter ist ihre Fähigkeit, sicher neben Menschen zu arbeiten, ohne die massiven Schutzzäune, die für traditionelle Industrieroboter erforderlich sind. Dies ist kein Zufall, sondern das Ergebnis einer präzisen und normativ geregelten Sicherheitsphilosophie. Die Grundlage dafür bildet eine obligatorische Risikobeurteilung gemäss Normen wie der DIN ISO 12100, die auch von der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) als Stand der Technik anerkannt wird. Der Cobot an sich ist nur eine „unvollständige Maschine“; erst die gesamte Applikation inklusive Greifer und Werkstück wird zertifiziert.
Die technische Basis für die Sicherheit ist in der Norm ISO/TS 15066 verankert. Sie definiert vier Arten der sicheren Kollaboration, wobei die „Leistungs- und Kraftbegrenzung“ die relevanteste ist. Dabei wird der Cobot mit Kraft-Momenten-Sensoren ausgestattet, die bei einer unerwarteten Kollision mit einem Mitarbeiter sofort stoppen. Die Norm gibt präzise Grenzwerte für Druck und Kraft vor, die auf den menschlichen Körper einwirken dürfen. Tatsächlich unterteilt die technische Spezifikation ISO/TS 15066 den menschlichen Körper in 29 spezifische Bereiche mit jeweils eigenen Grenzwerten, um Verletzungen auszuschliessen. In der Schweiz überwacht die SUVA die korrekte Anwendung dieser Normen und unterstützt Unternehmen bei der Durchführung der Risikobeurteilung, um einen sicheren und gleichzeitig produktiven Arbeitsplatz zu gewährleisten.

Ein Schweizer KMU muss also vor der Inbetriebnahme eine systematische Gefahrenanalyse durchführen: Welche Quetsch- oder Stossrisiken bestehen? Wie schnell bewegt sich der Roboter? Wie sehen die Werkzeuge und Werkstücke aus? Basierend auf dieser Bewertung werden Massnahmen definiert. Das kann eine Reduzierung der Geschwindigkeit im kollaborativen Modus sein oder die Installation eines einfachen Lichtgitters, das den Cobot bei Annäherung verlangsamt. Das Ergebnis ist eine sichere und flexible Automationslösung, die im Vergleich zu den Kosten und dem Platzbedarf einer Voll-Einhausung massiv Ressourcen spart.
Diese inhärente Sicherheit ist keine Einschränkung, sondern die Voraussetzung für die flexible und kosteneffiziente Integration, die Cobots für Schweizer KMU so attraktiv macht.
Wie lohnt sich Automation schon ab Losgrösse 1 für Schweizer Lohnfertiger?
Die grösste Fehleinschätzung bezüglich Automation ist, dass sie sich nur bei Massenproduktion rechnet. Für Schweizer Lohnfertiger, die oft mit hoher Variantenvielfalt und kleinen Stückzahlen konfrontiert sind, scheint dies eine unüberwindbare Hürde. Kollaborative Roboter stellen diese Logik auf den Kopf. Ihr Wert liegt nicht in der Abarbeitung von Millionen identischer Teile, sondern in der massiven Reduktion der Rüstzeiten und der Maximierung der Spindellaufzeiten, was Automation selbst bei Losgrösse 1 profitabel macht.
Der Return on Investment (ROI) wird durch mehrere Faktoren getrieben. Zum einen sind die Anschaffungskosten deutlich geringer als bei klassischen Industrierobotern. Zum anderen entfallen die hohen Ausgaben für komplexe Integration und Sicherheitszellen. Dies führt zu beeindruckend kurzen Amortisationszeiten. So zeigt sich in der Praxis eine durchschnittliche Amortisationszeit von nur 195 Tagen für Cobot-Anwendungen. In Extremfällen, bei optimaler Auslastung, wurde sogar eine Amortisation in nur 34 Tagen dokumentiert.
Die folgende ROI-Berechnung für einen Lohnfertiger mit fünf CNC-Maschinen verdeutlicht das immense Potenzial. Die Analyse zeigt, wie durch die Automatisierung der Maschinenbeladung die Rüstzeiten drastisch gesenkt und die wertschöpfende Spindelauslastung mehr als verdoppelt wird.
| Parameter | Ohne Automation | Mit Cobot-Automation | Ersparnis/Gewinn |
|---|---|---|---|
| Rüstzeit pro Wechsel | 60 Minuten | 15 Minuten | 75% Reduktion |
| Spindelauslastung | 30% | 65% | +35% Produktivität |
| Jährliche Gesamtersparnis | – | – | 353.750€ |
| Investitionskosten | – | 185.000€ | – |
| Nettogewinn Jahr 1 | – | – | 168.750€ |
| Amortisationszeit | – | – | 6-7 Monate |
Der wahre Hebel für den Werkplatz Schweiz liegt in der gesteigerten Flexibilität. Ein Cobot kann heute eine CNC-Maschine bestücken, morgen bei der Qualitätskontrolle helfen und übermorgen Palettieraufgaben übernehmen. Diese schnelle Umrüstbarkeit ohne externe Programmierer macht es möglich, auf kurzfristige Kundenanfragen zu reagieren und die Maschinen auch in mannarmen Schichten produktiv zu halten. So wird der Cobot zu einem strategischen Instrument zur Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit.
Letztendlich ermöglicht der Cobot Schweizer Lohnfertigern, ihre Kernkompetenz – hochqualitative und flexible Fertigung – auch unter hohem Kostendruck profitabel anzubieten.
Teach-In oder Code: Welches System können Ihre Mitarbeiter ohne IT-Studium bedienen?
Die Angst vor komplexer Roboterprogrammierung ist eine der grössten Hürden bei der Einführung von Automation in KMU. Traditionelle Industrieroboter erfordern oft spezialisierte Programmierer und tagelange Schulungen. Kollaborative Roboter verfolgen einen radikal anderen Ansatz: die Demokratisierung der Robotik. Das Ziel ist, dass die Mitarbeiter an der Linie, die den Prozess am besten kennen, den Roboter selbstständig einrichten und bedienen können – ohne eine einzige Zeile Code schreiben zu müssen.
Die gängigste Methode ist das sogenannte „Teach-In“ oder „Hand-Guiding“. Der Bediener aktiviert einen Modus am Roboterarm, der es ihm erlaubt, den Arm von Hand zu den gewünschten Positionen (Wegpunkten) zu führen. Über ein Touch-Panel, das an ein Tablet erinnert, werden diese Punkte gespeichert und mit einfachen Befehlen wie „Greifer öffnen“, „Greifer schliessen“ oder „Warte 5 Sekunden“ zu einem Programmablauf zusammengefügt. Dieses intuitive Vorgehen ist so einfach, dass eine erste Pick-and-Place-Aufgabe oft in weniger als einer halben Stunde eingerichtet ist.
Diese einfache Bedienbarkeit wird von Anwendern aus der Praxis bestätigt. Sebrina Thompson, Line Lead bei der Scott Fetzer Electrical Group, bringt es auf den Punkt:
Jeder, der mit einem Smartphone umgehen könne, sei auch in der Lage, Roboter zu steuern
– Sebrina Thompson, Line Lead, Scott Fetzer Electrical Group, Nashville
Für Unternehmen bedeutet das eine enorme Unabhängigkeit von externen Spezialisten und eine hohe Akzeptanz bei den Mitarbeitern. Anstatt einer „Black Box“ begegnen sie einem Werkzeug, das sie selbst beherrschen und an ihre Bedürfnisse anpassen können.
Ihr Aktionsplan: Cobot-Programmierung in 5 Schritten
- Online-Training: Absolvieren Sie das kostenlose Online-Training der Hersteller-Akademie (meist unter 2 Stunden), um die Grundlagen zu verstehen.
- Montage und Einrichtung: Nehmen Sie den Cobot aus der Verpackung, montieren Sie ihn am Arbeitsplatz und verbinden Sie ihn mit dem Stromnetz.
- Wegpunkte anlernen: Führen Sie den Roboterarm per Hand (Hand-Guiding) zu den Start- und Endpunkten Ihrer Aufgabe (z.B. Bauteil aufnehmen, in Maschine einlegen).
- Ablauf definieren: Speichern Sie die Wegpunkte über die intuitive Touchscreen-Oberfläche und fügen Sie Greifer-Befehle oder Pausen hinzu.
- Testlauf und Optimierung: Starten Sie das Programm im Testmodus, beobachten Sie den Ablauf und justieren Sie die Wegpunkte bei Bedarf nach.
Diese einfache Programmierbarkeit ist der Schlüssel, um den Cobot als flexibles Werkzeug zu nutzen, das sich schnell an wechselnde Produktionsanforderungen anpasst, anstatt eine starre, einmalige Installation zu sein.
Die Angst vor der „kalten Hand“: Wo sind die Grenzen der Robotik im Altersheim?
Der Titel dieser Sektion ist bewusst provokant gewählt, um eine tiefsitzende Sorge anzusprechen: die Angst vor der Entmenschlichung der Arbeit durch Roboter. Während das Bild der „kalten Hand“ im Pflegebereich besonders emotional ist, spiegelt es eine universelle Befürchtung in der Industrie wider – insbesondere in Berufen, die von Handwerkskunst und Erfahrung geprägt sind. Werden Fachkräfte durch Maschinen ersetzt? Die Antwort im Kontext der kollaborativen Robotik ist ein klares Nein. Der Cobot agiert hier nicht als Ersatz, sondern als Erhalt des Handwerks.
Ein herausragendes Beispiel ist der Einsatz von Cobots in traditionellen Handwerksbetrieben wie Schreinereien. Hier übernimmt ein Cobot nicht die kreative Gestaltung oder die finale Qualitätsbeurteilung, sondern die „Schmerzpunkt-Automatisierung“: das stundenlange, monotone und körperlich belastende Schleifen von Oberflächen. Während der Cobot unermüdlich für eine perfekt gleichmässige Oberfläche sorgt, kann sich der Handwerker auf die komplexen Verbindungen, die Auswahl des Holzes und die ästhetische Finesse konzentrieren. Der Cobot wird zum Kompetenz-Multiplikator, der die physische Last reduziert und dem Meister mehr Zeit für die eigentliche Kunst gibt.

Diese Symbiose hat einen entscheidenden Nebeneffekt für den Werkplatz Schweiz: Sie macht traditionelle Berufe wieder attraktiv für den Nachwuchs. Indem die ungesunden und unattraktiven Aspekte eines Berufs automatisiert werden, rücken die kreativen und anspruchsvollen Tätigkeiten in den Vordergrund. Die Angst vor der „kalten Hand“ weicht der Erkenntnis, dass die Technologie dem menschlichen Experten dient, seine Fähigkeiten erweitert und seine Gesundheit schützt. Es geht nicht darum, den Menschen aus der Produktion zu verdrängen, sondern ihm bessere, intelligentere Werkzeuge an die Hand zu geben.
Die Grenze der Robotik liegt also genau dort, wo menschliches Urteilsvermögen, Kreativität und Erfahrung unersetzlich sind. Und genau diese Grenze schützt und stärkt der Cobot, anstatt sie zu überschreiten.
Wann übersteigen die Wartungskosten den Nutzen eines Industrieroboters?
Die Betrachtung des reinen Anschaffungspreises ist bei Investitionsgütern irreführend. Entscheidend sind die Total Cost of Ownership (TCO), also die Gesamtkosten über die gesamte Lebensdauer. Bei traditionellen Industrierobotern können diese versteckten Kosten den anfänglichen Nutzen schnell schmälern. Hohe Wartungskosten, teure Spezialisten für Programmierung und Reparatur sowie der Energieverbrauch sind signifikante Faktoren. Cobots sind von Grund auf so konzipiert, dass sie diese Folgekosten minimieren.
Der erste Kostenpunkt ist die Anschaffung und Integration. Während Standard-Marktpreise für klassische Industrieroboter zwischen 25.000 und 40.000 Euro liegen, sind Cobots oft für einen Bruchteil davon zu haben. Noch wichtiger sind die wegfallenden Integrationskosten: keine teuren Schutzzäune, keine aufwendigen Fundamente und ein deutlich geringerer Platzbedarf, der wertvolle Produktionsfläche in Schweizer Betrieben spart.
Der zweite Faktor sind die laufenden Kosten. Hier spielen mehrere Aspekte eine Rolle:
- Energieverbrauch: Cobots sind leichter und benötigen für ihre Bewegungen signifikant weniger Energie als ihre schweren, industriellen Pendants.
- Wartung und Reparatur: Die modulare Bauweise moderner Cobots erlaubt es oft, dass geschulte Haustechniker einzelne Gelenke oder Komponenten selbstständig austauschen können. Der Anruf bei einem teuren, externen Spezialisten wird zur Ausnahme.
- Flexibilität und Umrüstung: Während die Umprogrammierung eines klassischen Roboters Tage dauern und externe Programmierer erfordern kann, lässt sich ein Cobot oft in Stunden von eigenen Mitarbeitern auf eine neue Aufgabe umrüsten. Diese Agilität ist ein direkter monetärer Vorteil.
Die Wartungskosten eines traditionellen Roboters können den Nutzen also dann übersteigen, wenn die Produktion nicht konstant und hochvolumig ist. Bei jeder Umrüstung, jedem ungeplanten Stillstand und jeder erforderlichen Anpassung fallen hohe externe Kosten an, die die Kalkulation belasten. Ein Cobot hingegen bietet durch seine Flexibilität und niedrigen Betriebskosten einen deutlich besseren Investitionsschutz, insbesondere im dynamischen Umfeld eines Schweizer KMU, wo sich Anforderungen schnell ändern können.
Die Entscheidung für einen Cobot ist somit nicht nur eine Frage der Anschaffungskosten, sondern eine strategische Entscheidung für niedrigere und besser kalkulierbare Gesamtbetriebskosten.
Wie garantieren Hersteller eine Ausfallrate von unter 0,1% bei Millionen von Komponenten?
In Branchen wie der Medizintechnik, der Uhrenindustrie oder der Automobilzulieferung, die das Rückgrat der Schweizer Präzisionsindustrie bilden, ist eine Null-Fehler-Toleranz keine Option, sondern eine Notwendigkeit. Menschliche Inspektion ist fehleranfällig, ermüdend und bei hohen Stückzahlen nicht zu 100% durchführbar. Kollaborative Roboter, ausgestattet mit modernen Vision-Systemen und Kraft-Momenten-Sensoren, ermöglichen eine lückenlose Inline-Qualitätskontrolle und erreichen eine Präzision, die menschliche Fähigkeiten übersteigt.
Ein Cobot kann eine Aufgabe tausende Male exakt gleich ausführen. Moderne Systeme wie die SWIFTI Cobot-Familie erreichen eine Wiederholgenauigkeit von bis zu 0,01 mm. Das ist dünner als ein menschliches Haar. In Kombination mit einer hochauflösenden Kamera kann der Cobot Bauteile aus jeder Position aufnehmen, vermessen, auf Kratzer prüfen oder die korrekte Montage verifizieren. Integrierte Kraft-Momenten-Sensoren können fühlen, ob eine Schraube mit dem exakt richtigen Drehmoment angezogen wurde oder ob ein Stift mit dem korrekten Druck eingepresst wurde.
Der entscheidende Vorteil für die Prozesssicherheit ist die lückenlose Dokumentation. Jeder Messwert, jedes Anzugsdrehmoment und jedes Bild der Inspektion kann vom Cobot automatisch erfasst und direkt an ein Manufacturing Execution System (MES) übermittelt werden. Dies schafft eine 100%ige Rückverfolgbarkeit für jedes einzelne Bauteil – eine zwingende Anforderung für sicherheitskritische Komponenten. Anstatt Stichproben zu nehmen, wird jedes einzelne Produkt geprüft, was die Ausfallrate im Feld drastisch reduziert und teure Rückrufaktionen verhindert.
Diese Form der automatisierten Qualitätssicherung verwandelt die Qualitätskontrolle von einem reinen Kostenfaktor in einen proaktiven, wertschöpfenden Prozess, der die Reputation für Schweizer Präzision weiter festigt.
Wie finden Roboter Ihr Paket schneller als jeder Mensch?
Während sich der Grossteil dieses Artikels auf kollaborative Roboterarme in der Fertigung konzentriert, ist ein verwandtes Feld für die Gesamtproduktivität ebenso entscheidend: die automatisierte Intralogistik. Ein häufiger Flaschenhals in der Produktion ist nicht die Bearbeitungszeit an der Maschine selbst, sondern der Materialfluss: das Warten auf Rohteile oder der Abtransport fertiger Werkstücke. Hier kommen Autonome Mobile Roboter (AMR) ins Spiel, die als intelligente, fahrerlose Transportsysteme agieren.
Im Gegensatz zu alten, schienengeführten Systemen navigieren moderne AMR frei mithilfe von Sensoren und Karten, ähnlich wie ein autonomes Fahrzeug. Sie können Hindernissen ausweichen und ihre Route dynamisch anpassen. Für ein Schweizer KMU mit mehreren CNC-Maschinen bedeutet dies eine Revolution des Materialflusses. Ein AMR kann autonom Rohteilpaletten vom Lager zur richtigen Maschine bringen, dort absetzen und gleichzeitig eine Palette mit fertigen Werkstücken aufnehmen und zum Versandbereich transportieren.
Der Nutzen ist unmittelbar:
- Reduzierung der Maschinenstillstandszeiten: Die CNC-Maschine muss nicht mehr warten, weil ein Mitarbeiter beschäftigt ist. Der Materialnachschub erfolgt bedarfsgesteuert und automatisch.
- Entlastung der Fachkräfte: Hochqualifizierte CNC-Bediener müssen ihre wertvolle Zeit nicht mehr mit Transportaufgaben verschwenden. Sie können sich auf die Einrichtung und Überwachung mehrerer Maschinen konzentrieren.
- Steigerung der Agilität: Die Intralogistik wird zu einem flexiblen, skalierbaren System, das sich leicht an veränderte Produktionslayouts oder -volumina anpassen lässt.
Diese bedarfsgesteuerte, automatisierte Intralogistik ist ein zentraler Baustein der „Smart Factory“ und eine Kernkompetenz, die es dem Werkplatz Schweiz ermöglicht, auch in der Logistik seine Effizienz und Präzision unter Beweis zu stellen. Der Roboter findet das „Paket“ bzw. das Bauteil nicht nur schneller, sondern vor allem zuverlässiger und zu exakt dem Zeitpunkt, an dem es benötigt wird.
So wird der gesamte Produktionsprozess, von der Anlieferung bis zum Versand, zu einem synchronisierten und hocheffizienten System.
Das Wichtigste in Kürze
- Cobots sind ein strategisches Werkzeug zur Steigerung der Rentabilität, nicht nur ein technologisches Upgrade.
- Die Amortisation ist oft in weniger als einem Jahr erreicht, selbst bei kleinen Losgrössen, was sie ideal für Schweizer KMU macht.
- Sicherheit und einfache Programmierung senken die Einstiegshürden und die Gesamtbetriebskosten (TCO) im Vergleich zu traditionellen Robotern.
Wie revolutioniert Schweizer Präzisionstechnologie Ihren Alltag durch Smart Devices?
Wenn wir heute von „Schweizer Präzision“ sprechen, denken viele an die ruhige Hand eines Uhrmachers. Doch in der modernen Fertigung ist dieses Bild nur noch die halbe Wahrheit. Die weltberühmte Präzision, die in unseren Smartphones, medizinischen Geräten und Smart-Home-Produkten steckt, ist heute oft das Ergebnis einer perfekten Symbiose: die Verbindung aus jahrzehntelangem menschlichem Fachwissen und der unermüdlichen, übermenschlichen Wiederholgenauigkeit von kollaborativen Robotern.
Die Verbreitung dieser Technologie ist enorm und ein Beweis für ihre Reife. Weltweit sind bereits mehr als 75.000 Roboter von Universal Robots weltweit im Einsatz, viele davon in der Elektronik- und Präzisionsfertigung. Sie sind die unsichtbaren Helfer, die dafür sorgen, dass mikroskopisch kleine Komponenten mit einer Genauigkeit von wenigen hundertstel Millimetern montiert werden – eine Aufgabe, die für den Menschen über acht Stunden ermüdend und fehleranfällig wäre. Diese Partnerschaft ermöglicht es Schweizer Unternehmen, im globalen Wettbewerb zu bestehen, indem sie Qualität und Effizienz auf ein Niveau heben, das manuell nicht erreichbar wäre.
Diese technologische Entwicklung ist keine Bedrohung für das Label „Swiss Made“, sondern dessen logische Weiterentwicklung im 21. Jahrhundert. Andrea Alboni, General Manager Western Europe bei Universal Robots, fasst diesen Wandel treffend zusammen:
Schweizer Präzision ist heute oft das Ergebnis einer Symbiose aus menschlichem Fachwissen und der unermüdlichen Wiederholgenauigkeit von Cobots
– Andrea Alboni, General Manager Western Europe bei Universal Robots
Der Cobot wird so zum Garanten der Markenwerte, indem er die menschliche Expertise nicht ersetzt, sondern sie skaliert und ihre Ergebnisse perfektioniert. Er ist das moderne Werkzeug, das es dem Werkplatz Schweiz erlaubt, sein Qualitätsversprechen auch im Zeitalter der globalisierten Massenproduktion zu halten und zu definieren.
Für eine fundierte Entscheidung ist der nächste logische Schritt, die eigenen Fertigungsprozesse zu evaluieren und konkrete Anwendungsfälle für eine kollaborative Automation zu identifizieren.