
Die alpine Höhenluft wirkt wie eine natürliche Therapie, indem sie gezielt physiologische Prozesse im Körper anstösst, die Stress reduzieren und die Regeneration fördern.
- Verbesserte Sauerstoffeffizienz durch die Bildung von mehr roten Blutkörperchen.
- Natürliche Allergen- und Schadstoffarmut entlastet das Immunsystem und die Atemwege.
Empfehlung: Ein Aufenthalt ab 1200 Metern Höhe ist besonders für Allergiker und gestresste Personen aus der Schweiz zur nachhaltigen Erholung empfehlenswert.
Der unerbittliche Takt des städtischen Lebens, die ständige Erreichbarkeit und der Leistungsdruck hinterlassen Spuren. Viele Menschen in der Schweiz fühlen sich zunehmend erschöpft und suchen nach einem Ausweg aus der Stressspirale. Der gängige Ratschlag lautet oft, eine Pause einzulegen und „frische Luft“ zu schnappen. Besonders die Alpenluft geniesst einen fast mythischen Ruf als Allheilmittel. Doch was, wenn dieser Effekt weit mehr ist als nur ein Gefühl der Erholung? Was, wenn die Berge ein messbares therapeutisches Umfeld bieten, das gezielt auf unseren Organismus einwirkt?
Die landläufige Meinung reduziert die Vorteile oft auf „saubere Luft“ und „Ruhe“. Doch das greift zu kurz. Die wahre Wirkung der alpinen Höhenluft liegt in einer komplexen Kaskade physiologischer Reaktionen, die durch veränderten Luftdruck, reine Luftqualität, intensive Sonneneinstrahlung und sogar die Düfte der alpinen Flora ausgelöst wird. Es handelt sich um ein sogenanntes Reizklima, das den Körper anregt, seine Selbstheilungskräfte zu aktivieren und in einen Zustand tiefer Regeneration zu versetzen. Statt nur die Symptome von Stress zu bekämpfen, adressiert ein Aufenthalt in der Höhe dessen biologische Wurzeln.
Dieser Artikel entschlüsselt die wissenschaftlichen Mechanismen hinter dem Phänomen der alpinen Höhenluft. Wir werden Schritt für Schritt untersuchen, wie ein Aufenthalt in den Schweizer Bergen Ihre Sauerstoffaufnahme optimiert, Ihr Nervensystem beruhigt und Ihr Immunsystem entlastet. Sie werden verstehen, warum die Alpen für Allergiker eine wahre Oase sind und wie Sie die Kraft der Höhensonne und der Natur für Ihre Gesundheit nutzen können, ohne dabei typische Fehler zu begehen. Es ist an der Zeit, den Mythos zu verlassen und die Fakten zu verstehen, die die Alpen zu einem der effektivsten Orte für die Wiederherstellung von Körper und Geist machen.
Dieser Leitfaden taucht tief in die wissenschaftlichen Hintergründe ein und erklärt die konkreten gesundheitlichen Vorteile eines Aufenthalts in den Schweizer Alpen. Entdecken Sie die Mechanismen, die Ihren Körper und Geist nachhaltig regenerieren.
Inhaltsverzeichnis: Die heilende Wirkung der Alpen wissenschaftlich erklärt
- Wie verbessert ein Aufenthalt auf 1500 Metern Ihre Sauerstoffaufnahme langfristig?
- Warum sind Orte über 1200 Metern für Hausstauballergiker die einzige Rettung?
- Bergpanorama oder Meerblick: Was beruhigt das vegetative Nervensystem effektiver?
- Der Fehler beim Sonnenbaden im Schnee, der Ihre Haut schneller altern lässt
- Wann senkt der Duft der Arve Ihre Herzfrequenz im Schlaf messbar?
- Wann ist der ideale Zeitpunkt für einen „Digital Detox“ in den Alpen?
- Warum gilt das Edelweiss als der ultimative Schutz gegen Hautalterung durch UV-Strahlung?
- Bad Ragaz oder Leukerbad: Welcher Kurort passt zu Ihrem Beschwerdebild?
Wie verbessert ein Aufenthalt auf 1500 Metern Ihre Sauerstoffaufnahme langfristig?
Auf einer Höhe von rund 1500 Metern ist der Luftdruck geringer als im Flachland. Das bedeutet, dass bei jedem Atemzug weniger Sauerstoffmoleküle in Ihre Lungen gelangen. Dieser Zustand wird als milde Hypoxie bezeichnet. Anstatt einer Belastung ist dies für einen gesunden Körper ein effektiver Trainingsreiz. Der Organismus reagiert auf den relativen Sauerstoffmangel mit einer genialen Anpassungsstrategie: Er steigert die Produktion des Hormons Erythropoetin (EPO). Dieses Hormon wiederum kurbelt die Bildung neuer roter Blutkörperchen an, wie der Feldhof Blog erklärt.
Mehr rote Blutkörperchen bedeuten eine höhere Kapazität für den Sauerstofftransport im Blut. Ihr Körper wird also effizienter darin, den verfügbaren Sauerstoff zu nutzen. Dieser Effekt ist nicht nur während des Aufenthalts in der Höhe spürbar, sondern hält auch nach der Rückkehr ins Flachland noch für mehrere Wochen an. Sportler nutzen diesen Mechanismus seit Jahrzehnten im Höhentraining, um ihre Leistungsfähigkeit legal zu steigern. Für gestresste Städter bedeutet dies eine verbesserte Vitalität und eine höhere Belastbarkeit im Alltag.
Die positive Wirkung des Bergwanderns geht über die reine Sauerstoffaufnahme hinaus. Eine Studie der Universitäten Salzburg und Innsbruck bestätigte, dass Bergwandern die Lebensqualität und Gesundheit signifikant verbessert, insbesondere im Hinblick auf die Stressreduktion. Wichtig ist jedoch eine langsame Akklimatisierung. Der Pneumologe Dr. Rainald Fischer weist darauf hin: „In der Höhe nimmt der Luftdruck bereits ab. Das ist für die meisten Menschen problemlos zu bewältigen, doch ab 2500 Metern wird es schon für manche Gesunde unangenehm.“ Ein Aufenthalt in moderaten Höhenlagen wie in vielen Schweizer Kurorten ist daher ideal.
Diese Anpassung ist der erste Schritt in einer Kaskade von gesundheitlichen Vorteilen, die weit über die blosse Atmung hinausgehen und das gesamte System stärken.
Warum sind Orte über 1200 Metern für Hausstauballergiker die einzige Rettung?
Für Millionen von Menschen, die an einer Hausstaubmilbenallergie leiden, ist das eigene Zuhause oft eine Quelle ständiger Beschwerden: verstopfte Nase, juckende Augen und Atembeschwerden. In den Schweizer Alpen, insbesondere in Lagen oberhalb von 1200 bis 1500 Metern, finden sie eine natürliche und oft vollständige Linderung. Der Grund dafür ist rein biologisch: Die Hausstaubmilbe, ein mikroskopisch kleines Spinnentier, kann in dem trockenen und kühlen Klima dieser Höhenlagen nicht überleben oder sich vermehren. Dies führt zu einer natürlichen Allergenkarenz, also dem fast vollständigen Fehlen des Allergieauslösers.
Orte wie Davos, das als bekannter Schweizer Luftkurort auf einer Höhe von 1.560 Metern liegt, sind daher nicht nur wegen ihrer schönen Landschaft berühmt, sondern auch als medizinisch anerkannte Zufluchtsorte. In dieser Umgebung kann sich das überreizte Immunsystem von Allergikern endlich erholen. Die ständige Konfrontation mit dem Allergen entfällt, was Entzündungsreaktionen in den Atemwegen abklingen lässt. Viele Betroffene können während ihres Aufenthalts ihre Medikamentendosis reduzieren oder sogar ganz darauf verzichten.

Die Luft in der Höhe ist zudem extrem arm an Schadstoffen wie Feinstaub und Pollen. Die geringere Vegetationsdichte und die spezifische Flora reduzieren die Pollenbelastung erheblich, was auch Heuschnupfen-Geplagten zugutekommt. Dieses saubere, allergen- und schadstoffarme therapeutische Milieu ist der Grund, warum sich in den Alpen spezialisierte Hochgebirgskliniken etabliert haben, die sich auf die Behandlung von Atemwegs- und Hauterkrankungen konzentrieren. Der Aufenthalt ist somit keine blosse Symptombekämpfung, sondern eine nachhaltige Entlastung für den gesamten Organismus.
Diese natürliche Reinheit der Luft bildet die Grundlage für die Beruhigung des Körpers, die weit über die Atemwege hinausgeht und das Nervensystem direkt beeinflusst.
Bergpanorama oder Meerblick: Was beruhigt das vegetative Nervensystem effektiver?
Die Frage, ob das Meer oder die Berge erholsamer sind, ist mehr als eine Geschmacksfrage. Aus klimatherapeutischer Sicht haben beide Umgebungen unterschiedliche Wirkungen. Während das Reizklima am Meer durch Wind, Salz und hohe Luftfeuchtigkeit eher anregend wirkt, hat das alpine Klima eine primär beruhigende und ausgleichende Wirkung auf das vegetative Nervensystem. Dieses System steuert unbewusste Körperfunktionen wie Herzschlag, Atmung und Verdauung und besteht aus zwei Gegenspielern: dem Sympathikus (für Aktivität und Stress) und dem Parasympathikus (für Ruhe und Regeneration).
Der Anblick eines weiten Bergpanoramas, die Stille und die klare, kühle Luft senden Signale an das Gehirn, die den Parasympathikus aktivieren. Der Herzschlag verlangsamt sich, der Blutdruck sinkt, und die Muskulatur entspannt sich. Diese neurovegetative Regulation ist ein zentraler Mechanismus beim Stressabbau. Es ist die wissenschaftliche Erklärung für das Gefühl tiefer innerer Ruhe, das viele Menschen in den Bergen empfinden. Eine Studie der Universität Zürich untermauert dies mit beeindruckenden Daten: Menschen, die in Höhenlagen leben, haben ein um 22 Prozent niedrigeres Herzinfarkt-Risiko, was unter anderem auf die geringere Stressbelastung des Herz-Kreislauf-Systems zurückgeführt wird.
Dieses Prinzip der Naturwirkung wird auch in anderen Kulturen erforscht. Der japanische Wissenschaftler Yoshifumi Miyazaki wies in Studien zum „Shinrin Yoku“ (Waldbaden) nach, dass schon ein kurzer Aufenthalt im Wald messbare positive Effekte auf die physische und psychische Gesundheit hat. Die Alpen bieten eine Steigerung dieses Effekts: Die Kombination aus Wald, Fels, klarem Licht und der Weite des Horizonts schafft eine besonders intensive Form der Naturresonanz. Im Gegensatz zum oft lauten und belebten Strand ermöglicht die Bergwelt einen echten Rückzug, der die Reizüberflutung des Alltags effektiv unterbricht.
Doch diese kraftvolle Umgebung birgt auch Aspekte, die einen bewussten Umgang erfordern, insbesondere im Hinblick auf die intensive Sonneneinstrahlung.
Der Fehler beim Sonnenbaden im Schnee, der Ihre Haut schneller altern lässt
Auf einer sonnigen Terrasse in den Schweizer Alpen zu sitzen, umgeben von schneebedeckten Gipfeln, ist ein unvergleichliches Erlebnis. Doch viele unterschätzen die Intensität der Höhensonne und begehen einen entscheidenden Fehler: Sie verwenden einen zu geringen Sonnenschutz oder verzichten ganz darauf, weil die kühle Luft die Hitze der Sonne maskiert. Dies beschleunigt die Hautalterung (Photoaging) erheblich. Der Grund liegt in der Zusammensetzung des Lichts: Mit zunehmender Höhe wird die Atmosphäre dünner, wodurch die UV-Strahlung weniger gefiltert wird. Pro 1000 Höhenmeter nimmt die Intensität der UV-Strahlung um etwa 15-20% zu.
Zusätzlich wirkt eine Schneedecke wie ein riesiger Reflektor, der bis zu 80% der UV-Strahlen zurückwirft. Das bedeutet, dass Ihre Haut nicht nur von oben, sondern auch von unten bestrahlt wird – eine Doppelbelastung. Während die UVB-Strahlen für den Sonnenbrand verantwortlich sind, dringen die UVA-Strahlen tiefer in die Haut ein und zerstören dort Kollagen- und Elastinfasern. Das Resultat sind vorzeitige Falten, Pigmentflecken und ein Verlust der Hautelastizität. Auf 2000 m Höhe hat die Sonne ein vollständigeres und damit potenziell schädlicheres Lichtspektrum als im durch Smog und Gase gefilterten Flachland.
Die folgende Tabelle verdeutlicht den Unterschied in der Lichtfilterung:
| Höhe | Lichtspektrum | Filterung |
|---|---|---|
| 200 m | Unvollständig | Smog und Gase filtern Lichtfrequenzen |
| 2000 m | Vollständiger | Weniger Filterung durch saubere Luft |
Der grösste Fehler ist also, die Sonnenintensität nach der gefühlten Temperatur zu beurteilen. In den Bergen ist ein Breitband-Sonnenschutzmittel mit sehr hohem Lichtschutzfaktor (LSF 50+) unerlässlich, auch an bewölkten Tagen. Besonderes Augenmerk sollte auf empfindliche Partien wie Nase, Ohren, Lippen und die untere Kinnpartie gelegt werden, die durch die Reflexion des Schnees besonders gefährdet sind. Nur so lässt sich der Aufenthalt geniessen, ohne die Hautgesundheit langfristig zu schädigen.
Neben dem Licht gibt es jedoch noch einen weiteren, subtileren Sinneseindruck in den Alpen, der massgeblich zur Erholung beiträgt: der Duft.
Wann senkt der Duft der Arve Ihre Herzfrequenz im Schlaf messbar?
Die Wirkung der Alpen beschränkt sich nicht auf das, was wir sehen oder fühlen. Auch unser Geruchssinn spielt eine entscheidende Rolle bei der Stressregulation. Ein besonders wirkungsvolles Beispiel aus dem Schweizer Alpenraum ist der Duft der Arve, auch Zirbelkiefer genannt. Dieser Baum wächst in grossen Höhen und verströmt durch seine ätherischen Öle ein charakteristisches, harzig-warmes Aroma. Studien haben gezeigt, dass dieser Duft eine messbar beruhigende Wirkung auf den menschlichen Organismus hat, insbesondere während der Nacht.
Der Effekt ist dann am stärksten, wenn der Körper ohnehin in den Regenerationsmodus schaltet. Die messbare Senkung der Herzfrequenz tritt vor allem in den Tiefschlafphasen auf. In einem Schlafzimmer, das mit Arvenholz verkleidet ist oder in dem Arvenkissen verwendet werden, atmen wir die ätherischen Öle die ganze Nacht über ein. Diese wirken direkt auf das limbische System im Gehirn, das für die Verarbeitung von Emotionen zuständig ist, und fördern die Aktivität des parasympathischen Nervensystems. Das Resultat ist eine Senkung der Herzfrequenz um bis zu 3500 Schläge pro Nacht, was einer Stunde Herzarbeit entspricht. Der Schlaf wird tiefer, ruhiger und erholsamer.

Dieser Effekt harmoniert perfekt mit unserem natürlichen Biorhythmus. Wie SwissAnalysis erklärt, unterliegt unser Stresshormon Cortisol einem klaren Tagesrhythmus: Am Morgen ist der Spiegel am höchsten, um uns zu aktivieren, und sinkt dann im Laufe des Tages auf ein Minimum in der Nacht. Der beruhigende Duft der Arve unterstützt diesen natürlichen Abfall des Cortisolspiegels und hilft dem Körper, in einen optimalen Zustand der nächtlichen Regeneration zu gelangen. Dies erklärt, warum viele Menschen berichten, in den Bergen so tief und erfrischend wie selten zuvor zu schlafen.
Diese tiefe körperliche und geistige Erholung schafft die ideale Voraussetzung, um sich auch von einer anderen Art von Stress zu befreien: der ständigen digitalen Reizüberflutung.
Wann ist der ideale Zeitpunkt für einen „Digital Detox“ in den Alpen?
Die ständige Erreichbarkeit, der Nachrichtenstrom und der Druck der sozialen Medien sind zu einer Hauptursache für chronischen Stress geworden. Die neueste CSS Gesundheitsstudie 2024 zeigt, dass sich 57 Prozent in der Schweiz unter Druck fühlen, immer gesund und leistungsfähig sein zu müssen. Ein „Digital Detox“ – der bewusste Verzicht auf digitale Geräte – ist daher mehr als ein Trend, es ist eine Notwendigkeit. Der ideale Zeitpunkt dafür ist gekommen, wenn Sie merken, dass Sie auch in der Freizeit nicht mehr abschalten können, unter Schlafstörungen leiden oder eine innere Unruhe verspüren, die sich nicht mehr legt.
Die Schweizer Alpen bieten das perfekte Umfeld für einen solchen Rückzug. Hier wird der Verzicht nicht als Mangel, sondern als Bereicherung erlebt. An die Stelle der künstlichen digitalen Reize treten intensive, natürliche Sinneseindrücke: das Rauschen eines Bergbachs, der Duft von feuchtem Moos, der Anblick eines Steinadlers am Himmel. Diese analogen Reize fordern unsere Aufmerksamkeit auf eine sanfte, nicht-invasive Weise und ermöglichen es dem überlasteten Gehirn, sich neu zu kalibrieren. Anstatt auf einen Bildschirm zu starren, richtet sich der Fokus nach aussen, auf die reale, greifbare Welt.
Dieser Prozess des „digitalen Entgiftens“ ist besonders wirksam in Phasen, in denen der berufliche oder private Druck am höchsten ist. Ein verlängertes Wochenende oder eine ganze Woche in den Bergen kann den Kreislauf der permanenten Überstimulation durchbrechen und die Batterien nachhaltig aufladen. Es geht nicht darum, Technologie zu verteufeln, sondern darum, die Kontrolle über sie zurückzugewinnen.
Der Rückzug in die Berge, die Ruhe und die gute Höhenluft bieten ein hervorragendes Umfeld für Stressgeplagte und Burnout gefährdete, um wieder gestärkt und mit einer veränderten positiven Lebenseinstellung in den Alltag zurückkehren zu können.
– Urs Brandenburger lic.oec.HSG, Coach und ehemals Burnout-Betroffener
Die alpine Natur bietet aber nicht nur einen mentalen Schutzraum, sondern auch faszinierende Schutzmechanismen auf zellulärer Ebene, wie das Beispiel des Edelweiss zeigt.
Warum gilt das Edelweiss als der ultimative Schutz gegen Hautalterung durch UV-Strahlung?
Das Edelweiss (Leontopodium alpinum) ist mehr als nur ein Symbol der Alpen; es ist ein Meisterwerk der biologischen Anpassung. Um in den extremen Bedingungen des Hochgebirges – mit intensiver UV-Strahlung, grossen Temperaturschwankungen und Trockenheit – zu überleben, hat diese Pflanze einzigartige Schutzmechanismen entwickelt. Genau diese Mechanismen machen ihre Extrakte zu einem der wirksamsten natürlichen Wirkstoffe gegen die durch UV-Strahlung verursachte Hautalterung. Historisch waren es schon Schweizer Ärzte, die um das 17. Jahrhundert die besondere Wirkung der Höhenlage und der intensiven, aber anders gefilterten Sonneneinstrahlung medizinisch nutzten.
Der Schlüssel liegt in den Inhaltsstoffen und der Struktur der Pflanze. Die Blätter und Blüten des Edelweiss sind von feinen, weissen Härchen (Trichomen) überzogen. Diese dienen nicht nur dem Schutz vor Kälte und Verdunstung, sondern reflektieren auch einen Grossteil der schädlichen UV-Strahlung. Noch wichtiger ist jedoch die chemische Zusammensetzung. Das Edelweiss produziert eine hohe Konzentration an Antioxidantien wie Leontopodsäure und Chlorogensäure. Diese Substanzen sind in der Lage, freie Radikale zu neutralisieren, die durch UV-Licht in der Haut gebildet werden und Zellschäden sowie den Abbau von Kollagen verursachen.
Die Forschung hat gezeigt, dass Edelweiss-Extrakt eine stärkere antioxidative Wirkung hat als viele bekannte Wirkstoffe wie Vitamin C oder Retinol. Er schützt nicht nur die DNA der Hautzellen vor Schäden, sondern hemmt auch Enzyme, die für den Abbau von Kollagen und Hyaluronsäure verantwortlich sind. Das Edelweiss bietet somit einen doppelten Schutz: Es beugt Schäden vor und unterstützt gleichzeitig die hauteigenen Reparatur- und Regenerationsprozesse. Dies erklärt, warum Extrakte dieser geschützten Alpenpflanze heute in hochwertigen Anti-Aging- und Sonnenschutzprodukten als ultimativer Schutzschild gegen die Zeichen der Zeit gelten.
Diese vielfältigen Wirkungen der alpinen Umwelt – von der Luft über die Pflanzen bis zum Klima – werden in den Schweizer Kurorten gezielt für die Gesundheit genutzt.
Das Wichtigste in Kürze
- Physiologische Anpassung: Ein Aufenthalt in der Höhe stimuliert die Produktion roter Blutkörperchen (EPO), was die Sauerstoffeffizienz des gesamten Körpers verbessert.
- Natürliche Allergen- und Schadstoffarmut: Lagen über 1200 Metern sind praktisch frei von Hausstaubmilben und weisen eine geringe Pollenbelastung auf, was eine immense Entlastung für Allergiker und Asthmatiker darstellt.
- Ganzheitliche Stressreduktion: Die Kombination aus beruhigendem Panoramablick, reiner Luft und natürlichen Düften (z.B. Arve) reguliert das vegetative Nervensystem, senkt die Herzfrequenz und fördert tiefen, erholsamen Schlaf.
Bad Ragaz oder Leukerbad: Welcher Kurort passt zu Ihrem Beschwerdebild?
Die Schweiz verfügt über eine Vielzahl erstklassiger Kurorte, doch die Wahl des richtigen Ortes hängt stark vom individuellen Beschwerdebild ab. Nicht jeder Ort ist für jeden gleich gut geeignet. Eine grundlegende Unterscheidung liegt zwischen Thermalbädern im Tal und heilklimatischen Kurorten in der Höhe. Beide haben unterschiedliche Schwerpunkte. Der Job-Stress-Index zeigt, dass fast 29,6% der Erwerbstätigen in der Schweiz unter einem Ungleichgewicht von Belastungen und Ressourcen leiden, was die Wahl des richtigen Erholungsortes umso wichtiger macht.
Bad Ragaz, im Taminatal gelegen, ist weltberühmt für sein 36.5°C warmes Thermalwasser. Der Fokus liegt hier klar auf der Balneotherapie (Bädertherapie). Diese eignet sich hervorragend zur Linderung von muskuloskelettalen Beschwerden wie Rheuma, Arthrose oder nach Operationen am Bewegungsapparat. Die Wärme und der Mineralgehalt des Wassers entspannen die Muskulatur, fördern die Durchblutung und lindern Schmerzen. Bad Ragaz ist ideal für allgemeine Wellness, luxuriöse Entspannung und gezielte Behandlungen des Bewegungsapparates.
Leukerbad, auf 1411 Metern gelegen, kombiniert die Vorteile des Thermalwassers mit einem milden alpinen Klima. Es ist einer der grössten Thermalbadeorte der Alpen und hat eine lange Tradition in der Behandlung von rheumatischen Erkrankungen und in der Rehabilitation. Die Höhenlage bietet bereits erste Vorteile eines heilklimatischen Kurortes, macht es aber auch für Gäste zugänglich, für die sehr grosse Höhen eine zu starke Belastung wären. Es ist eine gute Mischform für alle, die sowohl von den Bädern als auch von der Bergluft profitieren möchten.
Im Gegensatz dazu stehen heilklimatische Kurorte wie Davos (1560 m) oder Arosa (1800 m). Hier steht nicht das Wasser, sondern das Reizklima im Vordergrund. Diese Orte sind die erste Wahl bei Atemwegserkrankungen wie Asthma oder chronischer Bronchitis sowie bei Allergien (insbesondere Hausstaubmilbenallergie) und Hauterkrankungen wie Neurodermitis. Die trockene, kühle, allergen- und schadstoffarme Luft ist der primäre Heilfaktor.
Ihr Aktionsplan: Den passenden Schweizer Kurort finden
- Beschwerdebild analysieren: Was ist mein Hauptleiden? Stress, Atemwegsprobleme, Gelenkschmerzen oder eine Kombination?
- Höhenlage prüfen: Benötige ich die spezifischen Vorteile des Hochgebirgsklimas (über 1200 m) oder suche ich primär Entspannung im Tal?
- Indikationen vergleichen: Welcher Ort ist auf mein Leiden spezialisiert? Balneotherapie (Bad Ragaz), eine Kombination (Leukerbad) oder Klimatherapie (Davos)?
- Jahreszeit wählen: Pollenallergiker profitieren am meisten im Frühling/Frühsommer, während die trockene Winterluft ideal bei Asthma ist.
- Ärztlichen Rat einholen: Besprechen Sie die Wahl des Kurortes mit Ihrem Hausarzt oder einem Kurarzt, um die beste Therapie sicherzustellen.
Um diese Erkenntnisse für sich zu nutzen, besteht der nächste logische Schritt darin, eine auf Ihr persönliches Beschwerdebild zugeschnittene Beratung bei einem Kurarzt oder Ihrem Hausarzt in Anspruch zu nehmen.